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ERINNERUNGEN FÜR MORGEN

Recherche von Hecke/Rauter/Willmann

ERINNERUNGEN FÜR MORGEN ist eine Recherche zum Paradigmenwechsel naturkundlicher Sammlungen im Zuge rasanter ökologischer Veränderungen: Vor dem Hintergrund des Artenverfalls, wandeln sich diese zunehmend von Orten der Repräsentation existierender Arten zu Orten der Präsentation hinterlassener Relikte organischen Lebens.

Dabei werden die Sammlungen maßgeblich vom (Kunst-)Handwerk der Tierpräparation geprägt: Den Präparator*innen fällt es zu, tote tierische Materie zu konservieren, aufzubereiten und so zu gestalten, dass sie den Anschein von Leben erweckt – und somit bildhaft erinnert werden kann.
In einer Interviewreihen beschäftigen sich Hecke/Rauter/Willmann mit dem Vorgang der Präparation und ihren Protagonisten. Neben der konkreten Tätigkeit werden deren Ansichten zu globalen Phänomenen wie Klimawandel, Artensterben oder Bevölkerungswachstum aufgezeichnet: Welche Geschichten erzählen sie über den Menschen und seine tierischen Teilhaber des Planeten? Welche Spekulationen stellen sie über die Zukunft an?

Die Installation „Erinnerungen für Morgen“, die im Rahmen der Ausstellung von Lindenow #14  gezeigt wird, gibt einen ersten Einblick in den Stand der Recherche. Es werden die gesammelten privat-philosophischen Gedanken in Bezug auf Körper und Geist, Leben, Tod und Wiedergeburt, Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft hörbar. Kombiniert mit Werkstattutensilien und Tierpräparaten ist die Installation ein temporärer Aufbewahrungsort, an dem die Erinnerungen für Morgen zur Betrachtung, Vergegenwärtigung und Befragung versammelt sind.

Partner: Naturkundemuseum Leipzig, Arc-Artist Residency (CH)